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Bis zum fernsten Stern

Der tiefste Ursprung unserer Gemeinschaft ist die Beziehung zwischen Gott Vater und Gott Sohn. Durch die Freundschaft, die ich mit euch lebe, kann ich in diese Beziehung eintreten. Was ist der Gegenstand des ewigen Gesprächs von Vater und Sohn? Was ist der Gegenstand unserer Gespräche? Bei Vater und Sohn geht es um das Universum und um das Universum der Universen. In ihren Blicken, in ihrem Gespräch, in ihrer gegenseitigen Annahme ist jede Blume enthalten, jedes Blatt, jeder Schlag eines menschlichen Herzens, jeder noch so weit entfernte Stern.

Der Widerspruch zu dieser tiefen Gemeinschaft besteht darin, dass wir uns voreinander verschließen, dass wir unter uns Zäune aufrichten, dass wir uns in uns selbst zurückziehen, dass wir das Bild, das wir uns von uns selbst machen, dem anderen überstülpen.

Jesus wollte durch seinen Tod am Kreuz an der größtmöglichen Ferne des Menschen teilhaben. In seiner Beziehung zum Vater wollte er noch den allerfernsten Menschen umarmen: durch das Kreuz hat er ihn in die Nähe geholt.

Auch in unserer Gemeinschaft ist schon der fernste Mensch umarmt. Wenn unsere Freundschaft nicht von diesem Gefühl bestimmt ist, dann leben wir die christliche Gemeinschaft noch nicht in ihrer ganzen Tiefe und Weite.

Don Giussani erzählte uns öfters von Monsignore Galbiati, einem seiner Lehrer im Priesterseminar von Venegono, der von biblischer Kultur durchdrungen und mit einem tiefen Humor begabt war. Eines Tages standen die beiden auf der Terrasse des Seminars und schauten auf die riesige Bergkette der Alpen um den Monte Rosa. Galbiati sagte: „Schau mal, siehst du das? Diese Berge gehören alle mir, aber ich schenke sie dir!“

Die Gemeinschaft ist die Entdeckung, die Paulus machte, als er eines Tages sagte: „alles gehört euch, wenn ihr so Christus gehört wie Christus Gott gehört“ (vgl. 1 Kor 3,22). Die Mission ist nun nicht etwas, das von außen zu der Gemeinschaft hinzukommt, die uns verbindet. Sie ist vielmehr etwas, was ihr Wesen ausdrückt. Von Anfang an umfasst sie alle Menschen, die ich erst nach und nach im Lauf meines Lebens kennenlernen werde. Die Kirche beginnt mit Abel, sagten die mittelalterlichen Theologen. Die Mission macht so die Bestimmung des Anfangs deutlich, die auch die Bestimmung des Endes ist. Sie besteht in dem Ruf: „Komm, Herr Jesus!“ (Offb 22,20). Die Mission ist der tiefe Wunsch, dass sich das Unendliche, das mich mit euch verbindet, ausbreitet und immer mehr zeigt.

19. März 2012 | Filed Under Featured, Neueste Artikel |  

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